Projekte (Univ. Heidelberg)

Forschungsprojekte des Ägyptologischen Instituts

Dr. Hubert Roeder

"Die ägyptologische Forschung entfaltet sich in den letzten Jahren zunehmend in dem interdisziplinären Kontext verschiedener Kulturwissenschaften. Untersuchungen einzelner Forscher und einzelner ägyptologischer Institute haben - nicht zuletzt aus förderungspolitischen Gründen - immer häufiger in fachübergreifenden Projekten wie SFB's oder Schwerpunktprogrammen ihr Zuhause. Die Frage nach Sinn und Unsinn solcher Einbindungen für die Ägyptologie und die anderen Fachbereiche fordert zu einer Reflexion dieser Forschungstendenz heraus, um den möglichen Nutzen solcher Projekte abzuwägen und gegebenenfalls in die richtigen Bahnen zu lenken..."

http://www.uni-heidelberg.de/f...

Themenportal zur Geschichte der Ägyptenrezeption (als Teil von "Propylaeum, Virtuelle Fachbibliothek Altertumswissenschaften")

Dr. Florian Ebeling

"Das Fachportal zur Geschichte der Ägyptenrezeption soll einen Überblick über diejenigen Forscher, ihre Publikationen und Projekte geben, die einschlägig zu Themen aus dem Umfeld der Geschichte der Ägyptenrezeption gearbeitet haben. Da sich diese Geschichte in zahlreichen Diskursen entwickelt hat, die in vielerlei Hinsicht unter- und miteinander zusammenhängen, sich jedoch nicht als kohärenter Ägyptendiskurs organisiert hat, ist das Portal ebenfalls disziplinübergreifend. Die Frage nach den Formen und Transformationen des Ägyptenbildes in der abendländischen Kulturgeschichte soll unter Vertretern verschiedener fachlicher Provenienz zur Diskussion gestellt werden.

Unter "Ägyptenrezeption" werden hier die literarisch oder ikonographisch tradierten Vorstellungen und Bilder vom alten Ägypten verstanden, die in der abendländischen Welt entstanden sind, ohne dass sie auf einem direkten Verständnis der altägyptischen Quellen, insbesondere der Hieroglyphen selbst, beruhen.

Das Portal befindet sich im Aufbau. Es soll die Forschung in ihrer thematischen Vielfalt erschließen, einen lebendigen wissenschaftlichen Diskurs fördern und ein effizientes und solides Werkzeug der Recherche sein."

Von 2018-2021 wird der erste ägyptologische Online-Journal unter Propylaeum "Aegyptiaca. Journal of the History of Reception of Ancient Egypt) von der DFG gefördert.

https://www.propylaeum.de/them...

Zur Verwendung von Aromata in Kulthandlungen der Spätzeit

Dr. Heike Wilde

"Diese Untersuchung beschäftigt sich mit der Verwendung von Aromata im spätzeitlichen Ägypten. Die Geschichte des kulturspezifischen Umgangs mit Gerüchen, d. h. des gezielten Einsatzes von Duftstoffen und Mitteln, in denen diese gebunden waren, zeichnet sich durch ein besonders hohes Maß an unterschiedlich gelagerten Quellensorten in breit gefächerter zeitlicher und quellenspezifischer Dimension für das pharaonische Ägypten aus, die schriftlich wie bildlich festgehalten wurden und über Jahrtausende gültig waren. Die bekanntesten Verwendungsformen sind das Räuchern und die Salbung im Kult. Die Versorgung des Kultbildes mit Salben, der regelmäßige und kultbegleitende Einsatz von Räucherungen sowie Blumenschmuck nehmen besonders im Dekorationsprogramm ägyptischer Tempel eine bedeutende Position ein und verweisen somit auf eine intensive Anwendung im Kultgeschehen und lassen anhaltende, markante Düfte innerhalb der Räumlichkeiten vermuten. Bestimmte Salbensorten oder typische Bestandteile wurden begrifflich in zahlreichen Ritualszenen sowie in den Inschriften der Magazinräume und Laboratorien der Tempel in Form von Materiallisten und Rezepttexten aufgenommen, die auf diese Weise die hohe und spezifische Bedeutung der Aromata belegen."

http://www.uni-heidelberg.de/f...

Neuedition des Mundöffnungsrituals

Victoria Altmann-Wendling, M.A.

"Das Mundöffnungsritual wurde 1960 von E. Otto anhand von 87, v. a. aus Gräbern stammenden Textzeugen publiziert. Diese Publikation hat der Ägyptologie 50 Jahre lang gute Dienste erwiesen, erweist sich inzwischen aber zusehends als unzureichend, da sie weder in der Angabe der Lesungen vollständig zuverlässig ist noch eine real belegte Szenenabfolge abbildet.
Eine komplette Neuedition wird deshalb an die Stelle der früheren Bearbeitung treten. Die Monumentalzeugen (insbesondere Gräber) sollen neu kollationiert werden, Detailstudien werden auch genauer über den Aufzeichnungszusammenhang und die Struktur der jeweiligen Szenenauswahl Aufschluß geben."

http://www.uni-heidelberg.de/f...

The Demotic Palaeographical Database Project (DPDP)

Prof. Dr. Joachim F. Quack (Leiter); Claudia Maderna-Sieben, Jannik Korte, Fabian Wespi, Sree Ganesh Thottempudi

Das Ziel des Demotic Palaeographical Database Project ist die Erstellung eines digitalen Nachschlagewerkes zur demotischen Paläographie, welches auf einem digitalen Korpus von Schriftträgern basiert.

https://www.uni-heidelberg.de/...

Sexual dynamis and Dynamics of Magical Practice in Graeco-Roman Egypt: Erotic Spells in the Greek and Demotic Magical Papyeri (PGM and PDM) and their Cultural Traitions

William Furley (Projektleiter), Joachim F. Quack (Projektleiter), Ljuba M. Bortolani, Svenja Nagel

"Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt zwischen der Ägyptologie und der Klassischen Philologie. Als Nachfolgeprojekt des Projekts MC 10 „The Magic of Transculturality“ ist das von der DFG für drei Jahre geförderte Vorhaben außerdem mit dem Exzellenzcluster der Universität Heidelberg „Asia and Europe in a Global Context“ assoziiert.

Ziel des Projektes ist die Analyse der erotischen Zaubersprüche innerhalb des Corpus der griechischen/demotischen magischen Papyri (PGM/PDM), das sowohl Handbücher mit Einzelsprüchen als auch Überreste tatsächlich durchgeführter Rituale umfasst, die zum Großteil aus dem römischen Ägypten stammen. Der Inhalt der teils zweisprachigen Manuskripte spiegelt einen intensiven kulturellen Austausch zwischen unterschiedlichen religiösen Traditionen wider (ägyptisch, griechisch, in geringerem Maße jüdisch, mesopotamisch u. a.). Es handelt sich nicht um Originalkompositionen, sondern um die Produkte eines langen Prozesses der Sammlung und Überarbeitung von älterem Material, der innerhalb des ägyptischen Priestermilieus zu verorten ist."

DFG-Föderung: 2018-2021

https://www.uni-heidelberg.de/...

Handbuch und Untersuchung antiker Zauberzeichen von ihren Ursprüngen bis in das 7. Jahrhundert

Kirsten Dzwiza

"Zauberzeichen bilden eine formenreiche, bisher nicht gedeutete Gruppe antiker Zeichen, die ausschließlich in Kontexten der Interaktion mit höheren Mächten auftreten und als nicht lesbar oder kryptisch klassifiziert werden. Die frühesten Belege aus dem 1. Jh. n. Chr. sind in griechischer, kurz darauf in hebräischer und lateinischer Sprache aus Griechenland, Großbritannien und Frankreich überliefert, etwa gleichzeitig mit einer griechischen Ritualanleitung aus Ägypten, in der erstmals der antike Fachbegriff Charaktêres in Erscheinung tritt. Bereits im 2. Jh. ist die Verwendung von Zauberzeichen im gesamten Römischen Reich und in Verbindung mit griechischen, ägyptischen, römischen und jüdischen Elementen verbreitet. Seit dem 3. Jh. finden sich die Zeichen in demotischen und koptischen Texten und seit dem 4. Jh. in aramäischen.

Das Ziel des ab 2017 für drei Jahre von der DFG geförderten Projekts ist es, die seit gut 100 Jahren formulierten Forschungslücken mit der Erstellung eines Inventars der Zauberzeichen und der Beantwortung der dringlichsten Fragestellungen zu schließen. Diese umfassen thematisch 1.) den Ursprung, das Vorkommen und die Verbreitung der Zauberzeichen, 2.) ihre Verwendung und Funktion, 3.) ihre Lesbarkeit sowie 4.) die religiösen Kontexte, in denen Zauberzeichen auftreten. Der Weg dahin beginnt bei der erstmaligen Zusammenstellung, Ordnung und Deutung der Quellen zur antiken Zauberzeichenpraxis, zu denen schrifttragende Artefakte, Ritualanleitungen und literarische Texte gehören."

https://www.uni-heidelberg.de/...

Ägyptische Lehnwörter in altorientalischen Sprachen und dem Griechischen

Christoffer Theis / Elena Mahlich

Seit November 2020 an der Univ. Leipzig angesiedelt.

"Das Projekt soll sich einer Zusammenstellung und einer kritischen Überprüfung ägyptischer Lehnwörter in altorientalischen Sprachen und im antiken Griechisch widmen. Die umfassende diachrone Betrachtung des gesamten Materials, sprich der in anderen Sprachen erscheinenden Wörter aus der ägyptischen Sprache, stellt bis heute ein Desiderat der Forschung dar. In den letzten Jahrzehnten wurden viele ägyptische Lehnwörter in verschiedenen Sprachen vorgeschlagen, doch steht eine zusammenfassende Überschau wie eine kritische Überprüfung der Postulate aus."

https://imperia-dev.uni-heidel...

Praktiken zur Gewinnung von Gunst und Beliebtheit

Prof. Dr. Joachim Friedrich Quack, Anett Rózsa

Das Streben nach Erfolg war schon immer eine wichtige Triebfeder des menschlichen Handelns. Aber nicht nur Erfolg, auch Beliebtheit, Glück, Reichtum und Liebe gilt es zu erreichen. Hierzu wenden Menschen die verschiedensten Mittel an – und stehen dabei in Konkurrenz mit anderen Individuen.

Aus Ägypten sind einerseits schrifttragende magische Artefakte für Privatpraktiken zur Gewinnung von Gunst überliefert, die sehr oft mit Aufforderungen und Bitten an höhere Kräfte/Gottheiten durchgeführt wurden. Andererseits existierten antagonistische Rituale, um die Gegner und Feinde zu überwinden.

https://www.materiale-textkult...

Visuelle Gliederungsmittel ägyptischer Texte auf Papyrus

Carina Kühne-Wespi, Sarah Braun

Im Zentrum des Projektes steht damit die Kommunikationssituation, die vom Schreiber, dem Schriftbild und Leser sowie von den Praktiken und der Materialität der schrifttragenden Artefakte bestimmt wird. Durch eine detaillierte, auch praxeologisch orientierte Artefakt- und Funktionsanalyse der visuellen Gliederungsmittel wird erarbeitet, wie sich ihr Einsatz im Laufe der altägyptischen Geschichte entwickelte. Dabei untersucht das Teilprojekt hauptsächlich religiöse und literarische Papyrusmanuskripte in hieratischer und demotischer Schrift.

https://www.materiale-textkult...

Stiften, spenden, sammeln in der Longue Durée. Wege zu einer interkulturellen Analyse (en)

Joachim F. Quack (Projektleiter), NN

Stiften, Spenden und Sammeln spielt eine zentrale Rolle für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Gemeinwohlorientierung und den Erhalt von kulturellem Erbe. Gemeinwohl und kulturelles Erbe dürften dabei nicht mit gesellschaftlicher Integration gleichgesetzt, sondern müssen zugleich auf Spannung und Konflikthaftigkeit hin betrachtet werden, und zwar nicht nur im westeuropäischen Kontext unserer Zeit...

http://www.soz.uni-heidelberg....

 

Letzte Aktualisierung: 05. 08. 2021