Projekte (Univ. Trier)

Die Götterwelt des römerzeitlichen Tempels von Shanhur: Das Inschriften- und Dekorations­programm und seine kulttopographische Analyse

Prof. Dr. Martina Minas-Nerpel

Neben der ungewöhnlichen Architektur sind beim Tempel der Isis von Shanhur, der ca. 20 km nördlich von Luxor liegt, be­sonders die Dekoration der Tem­pel­wände und die darin ausgedrückten theologischen Prin­zipien der religiösen Zentren von Koptos und Theben von Interesse. Nach ersten Arbeiten von Jan Quaegebeur (Leuven) und Claude Traunecker (Lille, Straßburg) haben Harco Willems (Leuven) und sein Team die Erforschung des Tempels fortgesetzt und 2003 den ersten von zwei geplanten Bän­den publiziert. Da­rin wer­den die Inschriften und Ritualszenen im Inneren des augusteischen Tempels vorgelegt, doch stellen diese nur den geringeren Anteil der erhaltenen Dekoration des gesamten Tempels dar. Mit der angestrebten vollständigen Vorlage aller Inschriften und Ritualszenen des Tempels von Shanhur besteht die Möglichkeit, das gesamte Dekorationsprogramm eines altägyptischen Tempels, der in der Römerzeit initiiert, erbaut und dekoriert wurde, zu präsentieren und seine kulttopographische Bedeutung zu analysieren.

Leitung:
Prof. Dr. Martina Minas-Nerpel,
Prof. Dr. Harco Willems (Leuven/Belgien)

Mitarbeit:
Dr. Marleen De Meyer (Leuven),
Dr. Peter Dils (Leipzig),
Prof. Dr. René Preys (Namur und Leuven)
Dr. Troy Sagrillo (Swansea, UK).

Gefördert durch die Gerda Henkel-Stiftung und das Engineering and Physical Science Research Council (UK).

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The Belgian-German epigraphic mission to Karnak: the Taharqo kiosk in the Ptolemaic period

Prof. Dr. Martina Minas-Nerpel

Der vor dem zweiten Pylon des Amun-Tempels von Karnak gelegen Kiosk des kuschitischen Königs Taharqo aus der 25. Dynastie (1. Hälfte des 7. Jahrhundert v. Chr.) wurde in hellenistischer Zeit restauriert, erweitert und dekoriert. In belgisch-deutscher Kooperation werden die Inschriften der Schrankenwände zwischen den Säulen aus der Zeit Ptolemaios IV. Philopator (221–204 v. Chr.) in epigraphischen Zeichnungen, Photographien, Transliteration und Übersetzung vorgelegt und analysiert. Zudem wird das Dekorationsprogramm ausgewertet, das im Soubassement eine Prozession der Gaugottheiten und im darüberliegenden Register Ritualszenen beinhaltet, die die Konfirmierung ptolemäischer Macht durch Amun und weiter Gottheiten beinhalten.

Leitung:
Prof. Dr. René Preys (Namur und Leuven),
Prof. Dr. Martina Minas-Nerpel,

Finanziert von der Université de Namur (Belgien) und unterstützt durch den Centre Franco-Égyptien d’Étude des Temples de Karnak (CFEETK).

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Publikationsprojekt: Das Grab des Paser in Sakkara

Dr. Stefan Baumann

Das Grab des Beamten Paser gehört zu der Gruppe der sogenannten Tempelgräber des Neuen Reichs, die sich am Aufbau der königlichen Totentempel orientieren. Die erhaltenen architektonischen Reste bestehen aus einem Oberbau, der von einem Säulenhof und mehreren Räumen gebildet wird, sowie aus einem zentral angebrachten Grabschacht. Das Bauwerk liegt im Süden der weitläufigen Nekropole von Sakkara, die sich im Laufe der Jahrtausende um die Stufenpyramide des Djoser ausgebreitete. Paser war Oberarchivar der Armee und gehörte zu der Elite des Landes, die den Einfluss und die finanziellen Mittel besaß, ein Grab dieser Größe an diesem besonderen Ort zu errichten.

Das Grab wurde ihm Rahmen der Ausgrabungen der Cairo University entdeckt, freigelegt und restauriert. Das aktuelle Kooperationsprojekt von Dr. Stefan Baumann (Universität Trier) und Prof. Dr. Ola El-Aguizy sowie Dr. Nader El-Hassanin von der Cairo University umfasst die Aufnahme der Inschriften und deren Übersetzung sowie die zeichnerische Dokumentation der Reliefszenen. Darüber hinaus werden Untersuchungen zur Architektur durch Prof. Dr. Tarek Tawfik (Generaldirektor des Grand Egyptian Museums) und den archäologischen Funden in die Publikation einfließen.

Das Grab des Chasechemui – Die Keramik

Dr. Heidi Köpp-Junk

Bearbeitung des keramischen Materials aus dem Grab des Chasechemui in Abydos, des letzten Königs der 2. Dynastie; Projektleitung und regelmäßige Grabungsteilnahme mit zwei Mitarbeitern seit 2001. Die Ausgrabung Abydos ist eine Grabung des Deutschen Archäologischen Institutes und wird von Prof. Dr. G. Dreyer geleitet. Das Grab zeigt ein beachtliches Spektrum an Formen von Kult-, Opfer- und Gebrauchskeramik. Überraschend ist z.B. die Tatsache, dass auffallend wenige Weinkrüge im Grab des Chasechemui vorhanden sind, im Gegensatz zu allen anderen in Abydos und Sakkara bestatteten Königen der Frühzeit und der prädynastischen Zeit. Weitere Grabungsergebnisse lassen Schlüsse zur politischen Entwicklung innerhalb der 2. Dynastie zu.

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Letzte Aktualisierung: 30. 10. 2018