Projekte (Univ. FU Berlin)

Die altägyptische Nekropole von Assiut: Dokumentation und Interpretation

Prof. Dr. Jochem Kahl

Förderung durch die DFG: 2005 - 2019
Projektförderung an der FU Berlin: 12.08.2010 - 31.12.2019

Das Projekt “Die altägyptische Nekropole von Assiut: Dokumentation und Interpretation” wird seit Mitte 2005 und noch bis Ende 2019 von der DFG als Langzeitvorhaben gefördert, so dass eine kontinuierliche Arbeit von mehr als 14,5 Jahren ermöglicht wird. Ein erster Survey unter der Leitung von J. Kahl fand bereits 2003 statt, die Arbeiten im Jahr 2004 wurden von der JGU Mainz als Anschub finanziert.
Die Funde, Befunde, Inschriften und Dekorationen verschiedener nahe der mittelägyptischen Stadt Assiut gelegener Gaufürstengräber der Ersten Zwischenzeit (21. Jh. v. Chr.) und des Mittleren Reiches (20. Jh. v. Chr.) werden sukzessive adäquat bearbeitet und publiziert. Diese Unternehmungen erweitern die Kenntnisse über Geschichte und Kunst einer von Bürgerkrieg und darauf folgendem kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwung gekennzeichneten Epoche. Ziel ist darüber hinaus, den Nekropolenberg Gebel Asyut al-gharbi auf seine zeitliche und qualitative Kontinuität über mehrere Jahrtausende hin zu betrachten, da Assiut großen Anteil am kulturellen Gedächtnis des Alten Ägypten besaß: Aus seiner Nekropole sind Inschriften der Ersten Zwischenzeit und des Mittleren Reiches (ca. 2145-1793 v.Chr.) bekannt, die mehr als 2000 Jahre in verschiedenen Orten Ägyptens wiederverwendet wurden. Die Gründe für diese Wertschätzung sind die theologische und religionsgeschichtliche Bedeutung Assiuts, die sprachliche Qualität der Inschriften und die sich in ihnen widerspiegelnde Geisteshaltung (hohes Selbstbewusstsein und gleichzeitige Loyalität zum König).

Projektleiter sind Univ.-Prof. Dr. Ursula Verhoeven-van Elsbergen von der JGU Mainz (seit 2004) und Univ.-Prof. Dr. Jochem Kahl von der FU Berlin (seit 2010), auf ägyptischer Seite agieren Kollegen von der Universität Sohag als weitere Grabungsleiter (Prof. Dr. Mahmoud El-Khadragy, Dr. Mohamed Abdelrahiem, Prof. Dr. Ahmed Alansary, Dr. Mahmoud El-Hamrawi, Dr. Hesham Faheed Ahmed). Unterstützt werden die Arbeiten von Inspektoren und Restauratoren des Ägyptischen Antikendienstes (SCA).
Seit Februar 2008 besteht ein wissenschaftlicher Kooperationsvertrag zwischen dem Fachgebiet Ägyptologie, FB 07 Geschichts- und Kulturwissenschaften, Johannes Gutenberg-Universität Mainz und dem Department of Egyptology an der Faculty of Arts der University of Sohag/Mittelägypten.

„The Asyut Project“: Feldarbeiten in Mittelägypten/Fieldwork in Middle Egypt

Altägyptische Philologie

Prof. Dr. Jochem Kahl

Förderung durch die DFG: 01.10.2012 - 30.06.2020

Teilprojekt A02 "Altägyptische Philologie" am SFB 980 "Episteme in Bewegung. Wissenstransfer von der Alten Welt bis in die Frühe Neuzeit".
Von ca. 1000 Pyramidentextsprüchen des Alten Reiches (2686–2125 v. C.) wird nur ein Teil im Mittleren Reich (2055–1650 v. C.) weiter genutzt, manche Sprüche werden aufgegeben. Es soll geklärt werden, welche Gründe zu diesem selektiven Transfer führten, welche Mechanismen dabei griffen, welche Akteure an der Entscheidung der Reduzierung des Textbestandes sowie an der Entscheidung der Neukontextualisierung bzw. Nicht-Neukontextualisierung einzelner Sprüche und Spruchfolgen beteiligt waren.

Altägyptische Philologie

Database and Dictionary of Greek Loanwords in Coptic (DDGLC)

Prof. Dr. Sebastian Richter (Projektleiter)

Förderung durch die DFG: 2012 -

Ziel des zur Fortsetzung beantragten Projekts Database and Dictionary of Greek Loanwords in Coptic (DDGLC) ist die systematische und umfassende lexikographische Erfassung und lexikologische Analyse eines umfangreichen antiken Lehnwortschatzes in den beiden Formaten einer elektronischen Datenbank und eines Bedeutungswörterbuchs. Das Griechische, seit dem 4. Jh. v.Chr. die wichtigste Verkehrssprache des östlichen Mittelmeerraums, war in Ägypten mehr als 1000 Jahr lang neben der Landessprache in Gebrauch. Als Schriftsprache dominierte es Verwaltung, Wirtschaft und Rechtswesen, Literatur und Wissenschaft und die schriftliche Kommunikation des Alltags. Der Kontakt des Griechischen mit dem ägyptischen Idiom der Zeit macht sich im Koptischen, der jüngsten Sprachstufe des Altägyptischen, durch mehrere Tausend Lehnwörter fast aller Wortarten und semantischer Bereiche geltend. Das Koptische ist eine der wichtigsten altchristlichen Literatursprachen. Als Sprache spätantiker Alltags-Texte ist es so gut wie sonst nur das Griechische selbst bezeugt. In der griechisch-ägyptischen Kontaktsituation liegt der wohl am breitesten und dichtesten dokumentierte Fall von Sprachkontakt und extensiver lexikalischer Entlehnung in der Antike vor. Das koptologische Jahrhundert-Desiderat der lexikographischen Erfassung und lexikologischen Analyse des griechischen Lehnwortschatzes im Koptischen hat über den Bereich der Ägyptologie/Koptologie hinaus exemplarische Bedeutung.

Database and Dictionary of Greek Loanwords in Coptic

Sammlung und Veröffentlichung der Inschriften der 27.–30. Dynastie

Prof. Dr. Karl Jansen-Winkeln

Förderung durch die Fritz Thyssen Stiftung
01.12.2017 - 30.11.2019

Geplant ist eine umfassende Sammlung der im weitesten Sinne historisch relevanten Inschriften und sonstiger Texte der 27.-30. Dynastie der altägyptischen Geschichte (526–342 v.Chr.), mit Ausnahme funerärer und ritueller Standardtexte, die aus älteren Textcorpora stammen. Auch die demotischen Texte werden nur durch Verweise miteinbezogen. Unpublizierte Inschriften dieser Epochen sollen soweit wie möglich aufgenommen werden, viele ältere Abschriften müssen (an Fotos oder den Originalen) kollationiert werden. Die Textsammlung soll die Erschließung einer in der bisherigen Forschung sehr vernachlässigten Epoche der ägyptischen „Spätzeit“ voranbringen und einen Überblick über den reichen Textbestand dieser Zeit geben. Die Sammlung wird nach Regierungszeiten chronologisch gegliedert, mit jeweils einem zusätzlichen Kapitel für die gesamte 27. bzw. 29.–30. Dynastie für diejenigen Inschriften, die sich keinem einzelnen Herrscher zuweisen lassen. Ausführliche Indizes zu Denkmälern in Museen, königlichen und nichtköniglichen Personen sowie Regierungsjahren (Datierungen) sollen die Arbeit erleichtern.

 

Letzte Aktualisierung: 04. 04. 2018