ÄGYPTOLOGIE
INFORMATIONSBLATT
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DER
DEUTSCHSPRACHIGEN ÄGYPTOLOGIE

Projekte: München

Online Egyptological Bibliography (OEB) – Kooperationsprojekt mit dem Griffith Institute der University of Oxford
Projektleitung: Dr. Anne-Claire Salmas (Oxford); Projektverantwortliche in München: Prof. Dr. Friedhelm Hoffmann und Prof. Dr. Martina Ullmann; Projektmitarbeiter: Theresa Albrecht, M.A.; Jessica Izak
Die am Griffith Institute der Oxford University beheimatete Online Egyptological Bibliography (OEB) ist das weltweit umfassendste Projekt zur Erschließung der ägyptologischen Fachliteratur, von deren Anfängen im frühen 19. Jh. bis hin zu den jeweils aktuellen Neuerscheinungen. Offiziell wird sie von der International Association of Egyptologists (IAE) getragen. Die OEB entstand vor einigen Jahren als Nachfolger der seit 1947 in Leiden herausgegebenen Annual Egyptological Bibliography (AEB) mit Integration der von Dr. Christine Beinlich-Seeber verantworteten Bibliographie Altägypten (BA). Zwischen 2011 und 2014 wurde die seit 1990 am Münchner Ägyptologischen Institut beheimatete AIGYPTOS-Literaturdatenbank (ab 1996 in Kooperation mit dem Heidelberger Institut für Ägyptologie betrieben), in deren Rahmen auch ein detailliertes System zur Verschlagwortung ägyptologischer Fachliteratur erarbeitet wurde, in die OEB integriert. Seit dieser Zeit wird die Datenbank in einer Kooperation zwischen dem Griffith Institute, Oxford als der federführenden Organisation und dem Münchner Ägyptologischen Institut (anfangs auch unterstützt durch das Heidelberger Institut für Ägyptologie) gepflegt und weiterentwickelt.
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Tuna el-Gebel Grabungsprojekt (Joint Mission der Universitäten Kairo und München in Tuna el-Gebel (Stand Mai 2018))
Projektleitung: Prof. Dr. Salah el-Kholi, Universität Kairo, und Dr. Mélanie Flossmann-Schütze, LMU München (ehemals Prof. Dr. Abd el-Halim Nur ed-Din und Prof. Dr. Dieter Kessler); Projektmitverantwortlicher: Prof. Dr. Friedhelm Hoffmann, Vorstand des Instituts für Ägyptologie und Koptologie, LMU München; Aktuelle Projektmitarbeiter der LMU München: Patrick Brose (Stellvertretende Grabungsleitung); Dr. Edith Bernhauer, Florian Rösch, Dr. Katrin Schlüter, Philipp Seyr
Since 1989 an interdisciplinary team of the Faculty of Archaeology of Cairo University and the Institute for Egyptology of the LMU Munich are investigating the archaeological site "Tuna el-Gebel" (Middle Egypt), the ancient necropolis of the capital of the 15th Upper Egyptian Nome and main cult centre of the god Thoth, Hermopolis Magna. In the past 40 years research has been focusing on 1) the subterranean animal necropolis including zooarchaeological examinations, 2) the superstructures including temples and the "house of archives", 3) the different settlements of the religious communities responsible for the animal cult, and 3) the Late Period to Roman period tombs of its members.
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MUDIRA – MUnich DIgital Research Archives Münchner Bilddatenbank zu Altägypten
Projektleitung: Dr. Arnulf Schlüter; Prof. Dr. Martina Ullmann; Projektverantwortliche: Prof. Dr. Friedhelm Hoffmann; Dr. Sylvia Schoske; Projektmitarbeiter: Essam Hammam, M.A.; Dr. Edith Bernhauer; Sara Gebhardt
Dieses im Frühjahr 2012 gestartete Gemeinschaftsprojekt des Münchner Ägyptologischen Instituts und des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst München hat die Digitalisierung der umfangreichen Bildbestände beider Institutionen zu Altägypten zum Gegenstand. Ziele des Projektes sind die Erleichterung des Zugangs zu den Bildern, die wissenschaftliche Aufbereitung der dazugehörenden Information sowie letztendlich der Erhalt der oftmals wissenschaftshistorisch bedeutsamen Abbildungen auf einem zeitgemäßen Speichermedium. Die Digitalisate werden mit ihren Metadaten in einer durch die IT-Gruppe Geisteswissenschaften der Universität München erstellten Datenbank erfasst, die online einsehbar ist, bzw. aus der mit den nötigen Benutzerrechten auch Bilder heruntergeladen werden können. In der ersten Projektphase wurden bis zum Frühjahr 2018 etwa 40.000 als Kleinbilddias vorliegende Originalaufnahmen aus Ägypten und ägyptischen Museen/Sammlungen digitalisiert und inhaltlich aufbereitet. Außerdem wurden die in Papierabzügen vorliegenden Bilder von Alexander Scharff (ord. Professor für Ägyptologie an der LMU München von 1932–1950), die während seiner Grabungstätigkeit in Ägypten und bei Reisen durch das Land in den 1920er und 1930er Jahren entstanden sind, in die Datenbank integriert. Prof. Dr. Dietrich Klemm und Rosemarie Klemm, M. A. stellten die umfangreichen Bildbestände zu ihren Forschungen über altägyptische Steinbrüche und die Goldgewinnung im antiken Ägypten und Nubien zur Verfügung. Das Bildmaterial des Projektes M.i.N. (Museen im Nildelta) unter der Leitung von Dr. Helmut Brandl konnte ebenfalls in MUDIRA aufgenommen werden. Im Laufe des Jahres 2018 werden die umfangreichen Bestände des Münchner Ägyptologischen Instituts an Dia-Großaufnahmen aus Ägypten, die v. a. zwischen den 1920 und 1960er Jahre entstanden sind (u. a. durch den Photographen Kurt Lange) und die von einem besonderen wissenschaftshistorischen Interesse sind, digitalisiert und aufbereitet. Im Anschluss daran sollen Teile der Glasplattensammlung des Instituts bearbeitet werden. In einem zweiten Schritt soll sodann die Glasplattensammlung des Münchner Ägyptologischen Instituts digitalisiert und aufbereitet werden.
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Der Tempel Amenophis’ III. von Wadi es-Sebua als Teil der sakralen Landschaft Nubiens (in Kooperation mit dem Roemer- und Pelizaeus Museum in Hildesheim und dem Ägyptischen Museum Kairo)
Projektleitung: Prof. Dr. Martina Ullmann (München), Prof. Dr. Regine Schulz (Hildesheim), Sabah Abdel Razek (Kairo); Projektmitarbeiter: Moamen Mohamed Othman (General Director of the Conservation Department of the Egyptian Museum Cairo)
Ziel des Projektes ist es, den bis dato nur wenig bekannten und kaum erforschten Tempel Amenophis’ III. in Wadi es-Sebua in seinen historischen, kunsthistorischen und religiösen Bedeutungsebenen zu erfassen, um damit die Frage nach der Stellung dieses Kultbaus innerhalb der sakralen Landschaft des nördlichen Nubien beantworten zu können. Die Chance zu diesem Vorhaben ergab sich durch die Wiederentdeckung der seit über 40 Jahren verloren geglaubten Wandmalereien von der Fassade und aus dem Inneren des zentralen Sanktuarraumes im Magazin des Ägyptischen Museums in Kairo durch M. Ullmann vor einigen Jahren. In dem Projekt sollen diese mehrfach antik überarbeiteten Wandmalereien aus dem Tempel nun zum ersten Mal wissenschaftlich untersucht, restauriert, dokumentiert und analysiert werden. Die Rekonstruktion der verschiedenen Dekorationsphasen ist dabei von größter Bedeutung für die Analyse und die Interpretation der Kultanlage und ihre Einbettung in den sich verändernden kulturhistorischen Kontext von Amenophis III. über die Amarnazeit bis in die 2. Hälfte der Regierungszeit Ramses’ II.
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Das Anch-Hor Projekt
Prof. Dr. Julia Budka
Anch-Hor war im 6. Jh. v.Chr. ein hoher Beamter der ägyptischen Spätzeit und sein Grab im Asasif (TT 414) gehört zum Typ der monumentalen Grabbauten mit tempelartigen Oberbauten in Theben (Ägypten). Die Anlage wurde in den 1970ern vollständig ausgegraben, restauriert, publiziert und für die Öffentlichkeit geöffnet. Die Masse der Funde ist jedoch bislang unveröffentlicht und wurde vor Ort belassen. Diese großen Mengen an Fundmaterial aus mehr als 1000 Jahre Nutzungsgeschichte stehen nun im Fokus des neuen Projektes, das zum Ziel hat, die Bestattungsabläufe und Grabinventare in TT 414 in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Dank einer Förderung der Politzer-Stiftung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften werden Teilbereiche des Projekts über das Institut für Orientalische und Europäische Archäologie in Wien durchgeführt. Darüber hinaus besteht eine enge Kooperation mit dem Österreichischen Archäologischen Institut (Unterstützung bei der Restaurierung der Objekte vor Ort).
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MUAFS - Munich University Attab to Ferka Survey Project
Prof. Dr. Julia Budka
2018 hat das Munich University Attab to Ferka Survey Projekt seine Arbeiten im Nordsudan aufgenommen. Das Gebiet, das im Mittelpunkt der neuen Feldforschung steht, liegt in einem kaum erforschten Abschnitt des mittleren Niltals zwischen Attab und Ferka, gerade südlich des Dal-Katarakts. Dieses Untersuchungsgebiet kann als „Peripherie“ zu zwei der wichtigsten ägyptischen Zentren der Region betrachtet werden, zu Amara West und Sai Island.
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ERC-Projekt DiverseNile
Prof. Dr. Julia Budka
Das Projekt „DiverseNile“ (Cultural diversity in the Middle Nile Valley. Reconstructing biographies in the periphery of urban centres in northern Sudan during the Bronze Age) baut auf Vorarbeiten des ERC Projekts AcrossBorders auf und untersucht die kulturelle Vielfalt in einer Region des Nordsudans. Der Blick wird dabei besonders auf bislang vernachlässigte Randbereiche größerer staatlicher Zentren wie Sai und Amara West während der Bronzezeit gerichtet. Eine Haupthypothese des Projektes ist, dass kulturelle Vielfalt in den Randzonen der Peripherie kultureller Zentren besser sichtbar wird. Die Fallstudie zur Rekonstruktion bronzezeitlicher Biographien nimmt dafür gezielt einen „Kontaktraum“ mehrerer Kulturen in den Fokus und möchte etablierte Kategorien wie „ägyptisch“ oder „nubisch“ kritisch überprüfen und neu beschreiben.
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Letzte Änderung: 23.06.2022