ÄGYPTOLOGIE
INFORMATIONSBLATT
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DER
DEUTSCHSPRACHIGEN ÄGYPTOLOGIE

Projekte: Trier

Publikationsprojekt: Das Grab des Paser in Sakkara
Dr. Stefan Baumann
Das Grab des Beamten Paser gehört zu der Gruppe der sogenannten Tempelgräber des Neuen Reichs, die sich am Aufbau der königlichen Totentempel orientieren. Die erhaltenen architektonischen Reste bestehen aus einem Oberbau, der von einem Säulenhof und mehreren Räumen gebildet wird, sowie aus einem zentral angebrachten Grabschacht. Das Bauwerk liegt im Süden der weitläufigen Nekropole von Sakkara, die sich im Laufe der Jahrtausende um die Stufenpyramide des Djoser ausgebreitete. Paser war Oberarchivar der Armee und gehörte zu der Elite des Landes, die den Einfluss und die finanziellen Mittel besaß, ein Grab dieser Größe an diesem besonderen Ort zu errichten. Das Grab wurde ihm Rahmen der Ausgrabungen der Cairo University entdeckt, freigelegt und restauriert. Das aktuelle Kooperationsprojekt von Dr. Stefan Baumann (Universität Trier) und Prof. Dr. Ola El-Aguizy sowie Dr. Nader El-Hassanin von der Cairo University umfasst die Aufnahme der Inschriften und deren Übersetzung sowie die zeichnerische Dokumentation der Reliefszenen. Darüber hinaus werden Untersuchungen zur Architektur durch Prof. Dr. Tarek Tawfik (Generaldirektor des Grand Egyptian Museums) und den archäologischen Funden in die Publikation einfließen.
Die Götterwelt des römerzeitlichen Tempels von Shanhur: Das Inschriften- und Dekorations­programm und seine kulttopographische Analyse
Prof. Dr. Martina Minas-Nerpel
Neben der ungewöhnlichen Architektur sind beim Tempel der Isis von Shanhur, der ca. 20 km nördlich von Luxor liegt, be­sonders die Dekoration der Tem­pel­wände und die darin ausgedrückten theologischen Prin­zipien der religiösen Zentren von Koptos und Theben von Interesse. Nach ersten Arbeiten von Jan Quaegebeur (Leuven) und Claude Traunecker (Lille, Straßburg) haben Harco Willems (Leuven) und sein Team die Erforschung des Tempels fortgesetzt und 2003 den ersten von zwei geplanten Bän­den publiziert. Da­rin wer­den die Inschriften und Ritualszenen im Inneren des augusteischen Tempels vorgelegt, doch stellen diese nur den geringeren Anteil der erhaltenen Dekoration des gesamten Tempels dar. Mit der angestrebten vollständigen Vorlage aller Inschriften und Ritualszenen des Tempels von Shanhur besteht die Möglichkeit, das gesamte Dekorationsprogramm eines altägyptischen Tempels, der in der Römerzeit initiiert, erbaut und dekoriert wurde, zu präsentieren und seine kulttopographische Bedeutung zu analysieren. Leitung: Prof. Dr. Martina Minas-Nerpel, Prof. Dr. Harco Willems (Leuven/Belgien) Mitarbeit: Dr. Marleen De Meyer (Leuven), Dr. Peter Dils (Leipzig), Prof. Dr. René Preys (Namur und Leuven) Dr. Troy Sagrillo (Swansea, UK). Gefördert durch die Gerda Henkel-Stiftung und das Engineering and Physical Science Research Council (UK).
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The Belgian-German epigraphic mission to Karnak: the Taharqo kiosk in the Ptolemaic period
Prof. Dr. Martina Minas-Nerpel
Der vor dem zweiten Pylon des Amun-Tempels von Karnak gelegen Kiosk des kuschitischen Königs Taharqo aus der 25. Dynastie (1. Hälfte des 7. Jahrhundert v. Chr.) wurde in hellenistischer Zeit restauriert, erweitert und dekoriert. In belgisch-deutscher Kooperation werden die Inschriften der Schrankenwände zwischen den Säulen aus der Zeit Ptolemaios IV. Philopator (221–204 v. Chr.) in epigraphischen Zeichnungen, Photographien, Transliteration und Übersetzung vorgelegt und analysiert. Zudem wird das Dekorationsprogramm ausgewertet, das im Soubassement eine Prozession der Gaugottheiten und im darüberliegenden Register Ritualszenen beinhaltet, die die Konfirmierung ptolemäischer Macht durch Amun und weiter Gottheiten beinhalten. Leitung: Prof. Dr. René Preys (Namur und Leuven), Prof. Dr. Martina Minas-Nerpel, Finanziert von der Université de Namur (Belgien) und unterstützt durch den Centre Franco-Égyptien d’Étude des Temples de Karnak (CFEETK).
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Die Götterwelt des römerzeitlchen Tempels von Shanhur: Das Inschriften- und Dekorationsprogramm und seine kulttopographische Analyse
Prof. Dr. Martina Minas-Nerpel, Prof. Dr. Harco Willems (Leuven/Belgien)
Neben der ungewöhnlichen Architektur sind beim Tempel der Isis von Shanhur, der ca. 20 km nördlich von Luxor liegt, be­sonders die Dekoration der Tem­pel­wände und die darin ausgedrückten theo­lo­gischen Prin­zipien der religiösen Zentren von Koptos und Theben von Interesse. Nach ersten Arbeiten von Jan Quaegebeur (Leuven) und Claude Traunecker (Lille, Straßburg) haben Harco Willems (Leuven) und sein Team die Erforschung des Tempels fortgesetzt und 2003 den ersten von zwei geplanten Bän­den publiziert. Da­rin wer­den die Inschriften und Ritualszenen im Inneren des augusteischen Tempels vorgelegt, doch stellen diese nur den geringeren Anteil der erhaltenen Dekoration des gesamten Tempels dar. Mit der angestrebten vollständigen Vorlage aller Inschriften und Ritualszenen des Tempels von Shanhur besteht die Möglichkeit, das gesamte Dekorationsprogramm eines altägyptischen Tempels, der in der Römerzeit initiiert, erbaut und dekoriert wurde, zu präsentieren und seine kulttopographische Bedeutung zu analysieren.
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Edition der hieroglyphischen Tempelinschriften von Philae
Prof. Dr. emer. Erich Winter, Dr. Holger Kockelmann
An der Südgrenze Ägyptens, nahe dem heutigen Assuan, liegt die Tempelinsel von Philae, die zu den bedeutendsten Kultanlagen des Landes gehört und sein wohl wichtigstes Zentrum der Isis- und Osirisreligion darstellt. Die hervorragend erhaltenen Bauten wurden in der Zeit von etwa der 1. Hälfte des 4. Jahrhunderts vor Christus bis ca. Mitte des 2. Jahrhunderts nach Christus errichtet und dekoriert; offiziell schloß erst im 6. Jahrhundert Kaiser Justinian die Kulte von Philae. Den Kern des Komplexes bildet der imposante Tempel der Isis mit seinen beiden hoch aufragenden Pylonen. Zur Anlage gehören des weiteren Kolonnaden, Annexgebäude sowie Heiligtümer von Gottheiten, die man neben Isis und Osiris auf Philae verehrte. Wie der Isistempel sind die meisten dieser kleinen Bauten von zahllosen hieroglyphischen Inschriften bedeckt, die nicht nur für Ägyptologen von größtem kultur- und religionsgeschichtlichem Interesse sind. Das in Trier ansässige und von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien, geförderte Projekt hat sich die vollständige Edition und Übersetzung der Inschriften aller Bauten der Insel zum Ziel gesetzt.
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Letzte Änderung: 23.06.2022